GLOCALIS

Entstehungsgeschichte


Vom ersten Kontakt des Autors Karl Waldecker am 28. August 2011 mit dem EWK-Verlag bis zum Erscheinen seines Buches am 1. März 2013 sind sage und schreibe 18 Monate vergangen.

Eine kleine Ewigkeit, angefüllt mit Arbeit.

 

Die Hauptlast hat sicherlich der Autor selbst getragen,

der nach langen und tiefgehenden Telefonaten und vielen, vielen E-Mails, die zwischen uns hin und her gingen, die Mühe auf sich nahm, sein Manuskript so zu gestalten, wie wir es nach unseren Diskussionen gemeinsam als - für den späteren Leser - optimal angesehen hatten.

Da ging es zum Teil um Umstellungen der Kapitelfolgen, es ging in hohem Maße auch darum, den ursprünglich viel umfangreicheren Text ohne Informationsverlust auf jene 550 Seiten zu begrenzen, mit denen das Buch nun erscheinen wird, es ging darum, manche Aussagen verständlicher zu machen, sie mit Beispielen anzureichern und andere Aussagen und Vorschläge auch wieder ein Stück zurückzunehmen, um nicht fälschlich in den Verdacht zu geraten, mit einem Absolutheitsanspruch anzutreten, denn GLOCALIS soll ja, ganz im Gegenteil, zu offenen Diskussionen und gemeinsamer Weiterarbeit einladen.

Einige Sätze aus unserem Mail-Wechsel finden Sie am Ende dieser Seite.

 

Das Lektorat des umfangreichen Werkes übernahm Martha-Louise Lessing.

Auch sie stand während der Arbeit in regem Austausch mit dem Autor, hat sich in dessen Gedanken eingearbeitet, kleine Fehler korrigiert - und überall, wo es sinnvoll war, Vorschläge für stilistische Anpassungen eingebracht. Nicht zuletzt stammt aus ihrer Hand auch der komplette Satz, oder, wie man es heute nennt, das "Innenlayout".

 

Das bis zuletzt ungelöste Rätsel hieß jedoch für alle Beteiligten:

Wie wird das Buch außen aussehen?

 

GLOCALIS ist nun mal ein Sachbuch. Da gehört normalerweise ein zurückhaltendes, vielleicht überhaupt nur typografisch gestaltetes Cover dazu. So ungefähr:

 

 

Andererseits ist GLOCALIS aber auch ein hochemotionales Buch, voller Sehnsucht, voller Gestaltungsdrang, voller Energie, Neues zu wagen. Das lässt sich rein typografsich nicht in den Griff bekommen.

Ich hab also Bernd Schröter von 7Carad angerufen, und vorsichtig angefragt, ob er Lust hätte, nach dem gelungenen Entwurf für "ABFALL" von Nicole Eick, auch das Cover von GLOCALIS zu gestalten.

Er hatte.

Und dann hat er sich in das Buch eingelesen, und war wohl überwältigt von der Vielschichtigkeit der Argumentation, von dem Ansatz, möglichst viele Interessen so unter einen Hut zu bringen, dass jeder sich "gut behütet" fühlen kann, und brachte mit einem ersten Entwurf so etwas wie sein persönliches Stimmungsbild zum Ausdruck.

Das sah so aus:

Ein durchaus eindrucksvolles Bild, doch nach meinem Geschmack zu düster. Die Weltkugel im Zentrum, ja, das schien ein hochinteressantes Element für das künftige Titelbild zu sein, aber bitte nicht in dieser Atmosphäre, und, wie erwartet, konnte sich auch Herr Waldecker mit diesem Entwurf nicht anfreunden.

Bernd Schröter nahm es gelassen - und legte einen neuen Entwurf vor.

Gar nicht mehr düster, eine Winterlandschaft, hinter einem Schlagbaum das gelobte Land, das es zu besiedeln gilt, ein Hinweisschild, auf dem u.a. die gesamte Bevölkerungszahl der Welt als Einwohnerzahl von GLOCALIS angegeben war, ein Bild, das viele Assoziationen weckte, und in seiner klaren Farbigkeit auch einen hohen Wiedererkennungswert haben würde. Ich hätte diesen Entwurf angenommen.

 

 

Doch Herr Waldecker konnte sich damit partout nicht anfreunden. Außerdem gefiel ihm der bis dahin von mir bevorzugte Untertitel: "Wohin mit dem Staat?" nun auch überhaupt nicht mehr.

Und so hatte ich schweren Herzens nochmals bei der Agentur 7Carad anzurufen, und um einen weiteren Entwurf zu bitten.

Es kamen zwei. Einer, den mir Herr Schröter eigentlich gar nicht zeigen wollte, nämlich dieser:

 

 

 

... und dann der Favorit, der letztlich das Rennen gemacht hat:

 

Das Ergebnis eines Brainstormings bei 7Carad.

Und obwohl es bei einem Brainstorming im Grunde keine Urheberrechte geben sollte:

Die zündende Idee für das Bild kam von Rolf Bammel - und Bernd Schröter besaß die Größe,

dies auch anzuerkennen und zu kommunizieren, nachdem er die Idee in genialer Weise grafisch

umgesetzt hatte.

 

Mein Dank gilt

  • Karl Waldecker, der dieses wichtige Buch verfasst hat,
    .
  • Martha-Louise Lessing, die sehr viel Arbeit in das Lektorat gesteckt hat (und im Web mit Ihrer Plattdeutsch-Seite aufscheint),
    .
    und
    .
  • den Kreativen von 7Carad, die für eine außerordentlich ansprechende Verpackung
    gesorgt haben.
 

 
Aus dem E-Mail-Wechsel mit Karl Waldecker:
 

28.08.2011

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

freut mich sehr von Herrn Herr Gilles zu hören, dass Sie Interesse an meinem Werk: GLOCALIS bekundet haben. Gerne möchte ich ihnen mit den beigefügten Anlagen einen Ein- und Überblick verschaffen. Dazu noch folgende Vorbemerkung:
Das Werk ist über Jahre entstanden und hat zu Beginn des Jahres seinen vorläufigen Abschluss gefunden. Es ist Ausfluss rechtsphilosophischer Überlegungen aus der Zeit des juristischen Studiums und genährt durch die praktischen Erfahrungen in der Verwaltung auf unterschiedlichen staatlichen Ebenen.
Ich bin derzeit mit der Überarbeitung beschäftigt, wobei insbesondere 2 Kapitel, die sich mit dem localen Teil befassen, in eine neue Form gebracht werden sollen. Wenn Ihnen daran gelegen ist, kann ich gerne auch die Rohfassung (mit Drittel-Rand) übersenden, die in dieser Version über 400 Seiten umfasst.
Das Werk ist weniger als wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Staatstheorie gedacht, wenn es im Kern auch auf ein neues
Staatsverständnis setzt. Es ist vielmehr der Versuch, diese neue Staatstheorie zu begründen und zu veranschaulichen. Sie soll
Wirklichkeit werden können und ist insofern nicht als Utopie gedacht, wenn man diese als Darstellung des irrealen Wunschdenkens betrachtet.
Nicht zuletzt in Anbetracht der anhaltenden Finanzkrise und der Schwerfälligkeit der internationalen Reaktion auf die blutigen
Krisenherde insbesondere im arabischen Raum, bin ich der festen Überzeugung, dass wir eine Fortentwicklung des staatlichen Denkens und Handelns brauchen. Die Diskussion darüber muss in die Öffentlichkeit.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich dabei unterstützen.
 

Sehr geehrter Herr Waldecker,

immer wieder habe ich mich in den letzten Tagen mit Ihrem Manuskript beschäftigt und dabei vor allem auf Ihr Herangehen an die Thematik und die strukturelle und sprachliche Bewältigung geachtet.

Ermutigend möchte ich Ihnen sagen: Sie sind auf einem guten Weg, doch Sie sind mit der Arbeit noch nicht fertig.

Ihr Grundgedanke verdient es durchaus, veröffentlicht und breit diskutiert zu werden, ja - er sollte als Möglichkeit für die Zukunftsgestaltung der Menschheit bekannt werden.

Dass Sie die Thematik von unterschiedlichen Seiten her beleuchten, und der Idee von diesen unterschiedlichen Seiten her immer neue, positive Aspekte abgewinnen ist gut, doch finde ich, dass Sie den Leser mit der Fülle der Gedanken, die doch alle auf das gleiche Ziel hinauslaufen, noch überfordern. Überfordern in rein quantitativer Hinsicht, überfordern aber auch in dem Sinne, dass Sie seine Geduld überfordern, dass sie ihn zu weite Wege führen, um ans Ziel zu gelangen.

Daher möchte ich anregen:

dass Sie den Text noch einmal vollständig durchgehen und rigoros alles streichen, was Wiederholung, allgemein bekannt, nur schmückender Zierrat ohne eigenen Gehalt ist, und sich dabei das Ziel setzen, am Ende auf ungefähr die Hälfte der Textmenge zu kommen. Sie werden das nicht schaffen, aber ohne diese Zielsetzung werden Sie gar nichts finden, was Sie für streichbar erachten

(...)

Lieber Herr Kreutzer,
vielen Dank für die ermutigende Botschaft. Ich finde es toll, dass Sie sich so schnell und qualifiziert rückäußern, obwohl der Tenor der
Botschaft auch den Geruch von Schweiß und Arbeit trägt...
Nun gut, die Welt ist nun mal nicht leicht zu retten, sie will überzeugt sein und dazu müssen die Botschaften gut überkommen. Sicherlich, es sind viele, nicht alle leicht verdaulich und so stehe ich (mindestens) vor 2 (Streich-)Problemen: Welche der Ideen (Kapitel) sind verzichtbar? Was ist innerhalb der Kapitel verzichtbar. Nicht zuletzt kann man an jedem Satz feilen und "entfloskeln".

Ihr Alternativvorschlag zu meinem Kapitel: "Nie wieder Krieg" zeigt, dass Sie ein Gefühl für Kürzungsmöglichkeiten haben, selbst wenn nachher noch reichlich mehr als die Hälfte verbleibt (es sei denn Sie wollten den Schluss komplett wegfallen lassen?).

 Lieber Herr Kreuzer,
leider habe ich Sie Tel. nicht erreichen können. Ich habe es bereits Freitag versucht (waren wir nicht so verblieben?) und soeben wieder. Zunächst möchte ich Ihnen noch einmal für das sehr erbauliche Gespräch danken, das doch neue Lebensgeister in mir geweckt hat. Es ist ein gutes Gefühl, sich so verstanden zu wissen!
Nun zu meinen Aktivitäten. Sie haben bisher weniger darin bestanden, zu überarbeiten, als darin, mich mit der Kontrollstrategie zu befassen. Nach Gesprächen mit interessierten und motivierten Freunden möchte ich meinen Freundeskreis, der bisher schon in der Entstehungsphase beteiligt war, auch in diese Phase einbeziehen. 5 positive Rückmeldungen (sind bereit) habe ich schon. Ich glaube, das wird ein guter Redundanz- als auch Resonanzcheck sein, zumal es sich um Juristen, Wirtschaftler und Lehrer handelt, die zum potentiellen Abnehmerkreis gehören.
Ich selbst mache mich dann an das Meinhatten-Kapitel. Sollten Sie nach der Lektüre von "Meindorf" Anregungen zum "Stadt-Kapitel" haben, so wäre das natürlich hilfreich.

 Lieber Herr Waldecker,

ich sollte mich entschuldigen, denn ich habe Sie - trotz Zusage - nicht angerufen.

Die Ursache dafür ist weitaus weniger spektakulär als Sie vielleicht vermuten, sie liegt in einem Mangel an Distanz zur Thematik, den ich bei mir feststellen musste.

Kurz und knapp: Als ich "Meindorf" gelesen hatte, es war in der Nacht von Donnerstag auf Freitag letzter Woche, empfand ich ein sehr tiefes Unbehagen dabei, wenn ich mir vorstellte in dieser Kommune leben zu müssen.

Ich weiß, Sie haben sich bemüht, eine beispielhafte Gemeinde mit einer beispielhaften Satzung zu beschreiben, ich weiß, Sie können sich vorstellen, dass es auch ganz andere Gemeinden gibt, ich weiß, dass Sie jedem ermöglichen wollen, sich dort anzuschließen, wo die Gegebenheiten seinen Wünschen und Anforderungen entsprechen, aber es ist mir nicht gelungen, mir - von dieser beispielhaften Muster-Gemeinde aus - andere, großzügigere, weniger reglementierte und überwachte Gemeinwesen noch vorzustellen.

(...)

doch diese Reaktion mündet nun, nachdem ich alles habe setzen lassen, in eine Frage:

Meinen Sie wirklich, dass die Verfassung auch nur eines "Meindorf" in dieser Ausführlichkeit und Detaillierung beschreiben sollte, wie der Bürger zu denken und zu handeln hat?

(...)

Falls doch Zweifel bestehen, dann würde ich empfehlen, die einzelnen "Vorschriften" doch bitte sehr viel abstrakter, auslegungsfähiger zu beschreiben, vielleicht nur zu erklären "WAS" und "WARUM" in so einer Gemeindesatzung geregelt sein sollte - aber eben "NICHT WIE".

Lassen Sie dem Leser die Möglichkeit, sich anhand eines logisch aufgebauten Gedankengerüstes von Regelungsbedarfen sein eigenes Meindorf zu bauen, dann finden Sie unter 100 Lesern vermutlich 90, die dem Prinzip zustimmen.

(...)

Das für den Augenblick.
Das ist keine Absage an ein gemeinsames Projekt,
es ist nur eine ganz persönliche Stellungnahme,
für die ich allerdings einige Tage Bedenkzeit brauchte.

Vielleicht stellen Sie das Kapitel und diese meine Stellungnahme
ihren fünf "bereiten" Freunden zur Diskussion.

Das Ergebnis würde mich interessieren.

 Lieber Herr Kreutzer,

Nachfolgend ein Auszug der Reaktion eines Freundes, der damit auf meine e-Mail reagierte, die Ihre Fragen an "Meindorf" weitergeleitet hatte:
"Nach meiner Auffassung sind Deine Gedanken und Ausführungen zu "Gut und Böse" umfassend und dennoch in der für Verständnis und Lektüre notwendigen Kürze dargelegt, was ja bei einem solchen Thema weder einfach noch selbstverständlich ist. (...)
Gewiss gibt es auch ein "aber", und das berührt sich mit der Kritik von Kreutzer: ich stutze bei der Übertragung der "Kernwerte" auf die Lebenspraxis und die damit verbundene Verbesserung der Lebensbedingungen im Vergleich zu heutigen Zuständen. Speziell sind meine Gedanken hängengeblieben bei der Frage des Eigentums. Den Optimismus, das Problem der Eigentumsübertragung und -nutzung durch Einschaltung der HUMANITA und auf unterer Ebene den einzelnen COMUNIA lösen zu können, kann ich nicht teilen. Und, wie schon gesagt, da berühren sich meine Überlegungen mit denen des Herrn Kreutzer über "Meindorf".Du weißt sicher, dass schon Platon einen idealen Staat bis in alle Einzelheiten beschrieben und gefordert hat; als er die Gelegenheit bekam, seine Theorie in Sizilien in die Praxis umzusetzen, ging alles schief. Das habe ich bei allen Staatstheorien im Kopf, davon kann ich mich nicht lösen.Ich gebe zu, dass diese Gedanken für Deine Vision viel zu pessimistisch, und deshalb auch eigentlich unangemessen sind. Deshalb ist mein Rat, auch an "Meindorf" nichts zu verändern. Alles in Deinem Gedankenbau passt zusammen, eins ergibt sich aus dem anderen.
Herzliche Grüße"

(...)

herzlichst
Karl Waldecker

 Lieber Herr Waldecker,

ich stehe sprichwörtlich unter Wasser, daher nur eine kurze Antwort,

erst einmal wünsche ich Ihnen weiter schöne Tage auf Juist und viel Gelegenheit, sich den frischen Seewind um die Nase wehen zu lassen.

Dass Sie in meinen Büchern auf Übereinstimmungen gestoßen sind, wundert mich nicht. So sind wir halt, wir Weltverbesserer.
Wo zur Einsicht in die Notwendigkeit die Vernunft sich gesellt, besser noch ein Hauch von Weisheit, dann ähneln sich die
Denkansätze, dann gehen sie von den Menschen und seinen Bedürfnissen aus, ohne zu vergessen, dass der Mensch auf diesem Planeten nur leben kann, weil es ein vielgestaltiges Leben um ihn gibt; dass der Mensch nur glücklich werden kann, wenn er sich und seine Fähigkeiten entfalten kann, wenn ihm nicht unüberwindbare Hindernisse den Weg zur Erfüllung seiner Träume und Sehnsüchte verbauen.

Daraus ergeben sich fast von selbst "schöne" Visionen und - mit gründlichem Nachdenken - wachsen daraus Konzepte und Modelle.

Die eigentlich Arbeit besteht darin, die 99%, die sich solche Gedankenflüge gar nicht erst gestatten, anzusprechen, sie zu interessiern, zu begeistern und zu Mitstreitern zu gewinnen.

Dazu werden Sie mit Ihrem Buch einen Beitrag leisten.

(...)

Schreiben Sie IHR Buch fertig. Überarbeiten Sie es sorgfältig, und wenn Sie an den Punkt gekommen sind, an dem der Bildhauer Hammer und Meisel zur Seite legt, die letzten Stäubchen von der Skulptur wischt und weiß, jede weitere Anstrengung würde den Grad der erreichten Vollkommenheit nur noch mindern können, dann ist es geschafft.

Verlagsseitig mag es dann noch ein paar kleine Korrekturen geben, aber das ist ein anderes "Gewerk", das auf dem Vollkommenen aufsetzt, es ist so - der Vergleich mag hinken -wie wenn ein perfekt geschliffener Edelstein, ohne seinen Glanz zu verlieren, mit Sorgfalt in seine Fassung eingefügt wird ...

Frohes Schaffen, gute Erholung, geniale Einfälle!

Ihr
Egon W. Kreutzer

 Lieber Herr Kreutzer,
auch ich mach's kurz, denn es ist wieder spät geworden. es war ein glücklicher Tag, über den es viel zu berichten gäbe, aber leider bin ich mit den "Meindorf-Kapiteln" nicht fertig geworden. Und da es sich nicht lohnt "Rohdiamanten" vor dem Schliff los zuschicken, habe ich darauf verzichtet, nur so viel: Ich habe jetzt ein sehr gutes Gefühl, dass dieser schwierige Baustein, der Lückenschluss von der Weltvision über die locale Vision zur Spekulation über die Möglichkeit dieser Utopie im Prinzip gelungen ist und zwar unter den beiden Überschriften: "Grüße aus Meindorf und Meinhatten" und "Thomas denkt nach".

Das erste Kapitel - Thomas Morus lässt grüßen - lässt über Meindorf und Meinhatten erzählen und dabei ist Thomas der Moderator, der sich die beiden Bürger aus Meindorf und Meinhatten anhört und sie befragt. Danach meditiert er darüber was er vernommen hat.

So wird es lebhafter und es fällt auch leichter, auf die ein oder andere Feinteiligkeit zu verzichten. Wie schrieb eine gute Freundin, sie war von dem Ansatz ganz angetan: Meindorf II kommt dann halt später...

Also meine Euphorie ist einerseits auf diesen Entwicklungsstand der "Rettungsaktion" zurückzuführen, aber andererseits auf das Naturerleben und die Gedanken dazu. Heute morgen bei Strandlauf: Das Wunder einer entstehenden Landschaft!
Die ersten sanften kleinen Sandhügel mit den sich sanft wiegenden Strandhafer-Kämmen, davor die waschbrettartige Sandwellenlandschaft mit Prielen, wie eine Miniatur einer Wüstenlandschaft und dahinter das ewig rauschende Meer und es kommt und geht, Ebbe und Flut, und dort nimmt es die Dünen und hier schafft sie das Neue. Die ewige Wiederholung einerseits und das neue Entstehen andererseits. Es hatte was ruhiges, selbstverständliches und ... Ermutigendes.

Ich musste an Sie denken ... und wenn ich heute Abend ihre Mail gelesen habe, so hatte sie eine ganz ähnliche Ausstrahlung und sie war so etwas wie eine Abrundung dieses wunderschönen Tages und einer letztlich doch produktiven Woche.
Morgen geht es wieder ins Rheinland und ich denke, dass ich die beiden Kapitel im Laufe der Woche beenden und Ihnen zuschicken werde. Es wäre mir schon wichtig, ob Sie diesen "Lückenschuss" nachvollziehen können und ob Sie glauben, dass damit ein paar mehr % gewonnen werden können. Dann werde ich weiter an der Skulptur meißeln und sukzessive (?) die gemeißelten Kapitel liefern...


bis dahin

herzlichst
Ihr
Karl
Waldecker

Lieber Herr Waldecker,

seit ich Ihr Werk als vollständigen Ausdruck in Händen halte, hab ich es oft und oft aufgeschlagen und auch einmal ganz von vorn bis hinten durchgelesen. Das ist bei diesem komplexen und vielschichtigen Werk doch sehr viel angenehmer als die Arbeit am Bildschirm.

Nun - es ist wieder wie ganz am Anfang, und doch hat sich in meiner Adaption etwas geändert:

In einer rein quantitativen Betrachtung sag ich, über den Daumen gepeilt, es finden sich ungefähr 1/3 Konzept und ungefähr 2/3 Begründungen und Herleitungen. Nach anderem Kriterium betrachtet, es gibt ungefähr 1/3 originärer Gedanken und 2/3 Redundanzen.


Und noch anders betrachtet: Der Detaillierungsgrad des Konzepts und der Beispiele steht in glattem Widerspruch zum Inhalt des Buches, das ja eine (Basis-) demokratisch herbeigeführte, in jeder kleinsten Rechtseinheit eigenständige und weitgehend unabhängige Normenbildung vorsieht, von der ausgehend auch die übergeordneten Normen erst gestaltet werden sollen.

Glücklicherweise habe ich mir verboten, während des Lesens einen Bleistift zur Hand zu nehmen.

Versuche, weiter zu abstrahieren, Redundanzen zu mindern, Begründungen und Herleitungen zu straffen, hätten Streichungen ohne Ende zur Folge gehabt, der Wälzer wäre zum Buch, das Buch vielleicht gar zum Büchlein geraten, in dem zwar die Grundzüge des Konzepts klar hervorgetreten wären, die beim unvorbereiteten Leser allerdings nur noch die Wirkung eines "neuen Rezepts für den Rheinischen Sauerbraten in der Fernsehzeitung" hervorgerufen hätten.
Man schaut kurz das verlockende Bild an, überfliegt vielleicht die Mengenangaben und die Zubereitungsschritte, und entsorgt es eine Woche später mit dem übrigen Altpapier.

Dieses Schicksal möchte ich GLOCALIS ersparen.

Es wird nun 1 : 1 so gesetzt, wie Sie es vorgelegt haben.

Die Redundanzen sind wichtig, um dem Leser, der die Vision ja beim ersten Lesen noch kaum zur Gänze wahrnehmen kann, immer wieder an den Gesamtzusammenhang heranzuführen.
Die Begründungen und Herleitungen, seien sie nun geschichtlicher oder philosophischer Natur, sind vorweggenommene Antworten auf Einwände und Widersprüche, die detaillierten Beispiele braucht es, um Tiefe und Breite des Konzepts erkennen zu können - und das ist alles ist so dicht ineinander verwoben, dass es schier unmöglich ist, es verlustfrei aufzudröseln.

Ein paar wenige Tippfehler gilt es zu korrigieren, das eine oder andere Komma wird verschwinden oder hineinfinden, und die Widerlegung der Einstein'schen Theorie hat sich ja inzwischen auch selbst wieder widerlegt, so dass an dieser Stelle nur noch vom "begründete Zweifel", nicht aber mehr von der Widerlegung die Rede sein wird.

Ich schreibe das am Abend des bayerischen Feiertages, den ich ganz überwiegend in Herrsching am Ammersee verbracht habe. Dieses "Relaxen" hat mit dazu beigetragen, mich endlich zu dieser Mail mit der für uns beide "erlösenden" Entscheidung aufzuraffen.

Den von Ihnen vorgeschlagenen Telefon-Termin am Freitag kann ich leider nicht wahrnehmen, ich bin am Freitag ganztags - bis weit in den Abend hinein - unterwegs, hoffe aber, dass Ihr "Gesprächsbedarf" in den letzten beiden Minuten doch auch ganz erheblich
geringer geworden ist.

Versuchen Sie doch einfach, mich an einem Abend der nächsten Woche zu erreichen.

Ich wünsche Ihnen schon jetzt ein schönes Wochendende
und sende meine besten Grüße

Egon W. Kreutzer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Unsere Bücher Unser Online-Shop Über uns  Impressum 
 Neuerscheinungen  Vorankündigungen AGB   Kontakt