zurück zu Startseite EWK-Verlag Startseite egon-w-kreutzer.de Leseprobe
Michael Brückner
U(h)r-Typen
Uhrenmanufakturen im Portrait
Als Leseprobe haben wir Michael Brückners Einleitung gewählt:
Die Faszination der
U(h)r-Typen
Einleitung
Die Faszination der U(h)r-Typen
Gestatten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dass wir das vor-liegende Buch mit einer vielleicht etwas kühnen Behauptung einleiten: Wenn Sie bei der Lektüre nur halb so viel Freude haben, wie wir bei den Recherchen, dann war es eine gute Investition, diesen Titel zu kaufen.
Natürlich hoffen wir auf eine 100prozentige Zufriedenheit unserer Leser - und vielleicht sogar auf die eine oder andere Weiterempfehlung. Wir möchten mit diesem einleitenden Statement nur eines deutlich machen: Dies ist ein Buch, das aus voller Leidenschaft für außergewöhnliche Uhren entstanden ist, und aus Interesse an den Menschen, die hinter diesen Zeitmessern stehen. Wir besuchten unsere U(h)r-Typen' vor Ort, reisten kreuz und quer durch die Schweiz und durch Deutschland. Wir führten stundenlange Gespräche, tauchten ein, in die faszinierende Welt der innovativen Uhrmacherei, diskutierten mit Managern und Meistern, ließen unsere Gesprächspartner aus dem Nähkästchen plaudern - und stellten immer wieder fest, wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man über Zeitmesser spricht.Wir trafen in Zürich Paul Gerber, von dem sogar Mitbewerber sagen, er gehöre zweifellos zur zeitgenössischen Elite der Uhrenkünstler.
In der Nähe von Frankfurt ließen wir uns von Philippe Wurtz erklären, weshalb seine Standuhr mit Vakuum-Technologie eine Gangabweichung von gerade einmal einer Sekunde pro Monat (!) aufweist.
Alexander Shorokhoff, den es vom umtriebigen Moskau in die Idylle des fränkischen Städtchens Alzenau verschlagen hat, erzählte uns die spannende Geschichte der Marke Pol-jot International und seiner Top-Kollektion, die den Namen des Chefs trägt - eben Alexander Shorokhoff. Anhand seiner Kollektion zeigte er uns, was die russische Seele' einer Uhr ausmacht.
In Hamburg sprachen wir mit der Uhrmachermeisterin Christine Genesis, die nicht nur Uhren reparieren, sondern auch nach eigenen Entwürfen selbst fertigen wollte und nun eine kleine, aber feine und limitierte Kollektion unter dem einprägsamen Namen Genesis anbietet.
Leonhard Müller erzählte uns, wie er mit seinen Uhren aus der Bundeshauptstadt den traditionsreichen Namen Askania nicht nur bei Piloten wieder bekannt machte.
Marcell Kainz, Gründer und Chef von MarcelloC, trafen wir in seinem Unternehmen in der Nähe von Aachen. Er berichtete uns, wie eine schwere Erkrankung und die daraus folgenden Konsequenzen zu einem Sprungbrett für einen Neuanfang werden können. Kainz weiß, wovon er spricht: Er gründete nach einem langen, krankheitsbedingten Ausfall eine eigene Uhrenfirma, die schnell zu einer der erfolgreichsten in Deutschland avancierte.Was bringt einen leidenschaftlichen Ingenieur dazu, eigene Uhren zu konstruieren - darunter einen Zeitmesser mit Tourbillon, atemberaubende 1.000 Meter wasserdicht? Darüber unterhielten wir uns in Holzkirchen bei München mit Diplom-Ingenieur Nicolaus Spinner.
Jürgen Windecker, Uhrmachermeister, Restaurator und Junior-Chef eines angesehenen Juwelier-Geschäfts in Oberursel (Taunus), berichtete uns, wie er eine über 100-jährige und zuletzt in ihre Einzelteile zerlegte Turmuhr wieder zum Laufen brachte. Und wir sprachen ausführlich mit Rainer Brand, dem kreativen Uhrenbauer aus dem Spessart.Das freilich sind nur einige der Highlights, die Sie auf den nachfolgenden Seiten erwarten. Wir berichten zudem über die Menschen, die hinter den Uhrenkonzernen stehen. Nicolas Hayek von der Swatch-Group dürfte sogar Zeitgenossen bekannt sein, sie sich gemeinhin nicht für Uhren interessieren. Aber wer kennt schon die Karriere des Seiko-Gründers? Wer weiß, wie Jean-Claude Biver - der Chef und Spiritus Rector von Hublot - wurde, was er heute ist? Sie erfahren es in diesem Buch.
Ganz bewusst haben wir unterschiedliche U(h)r-Typen' ausgewählt - vom Top-Manager über den uhrmacherischen Tüftler und Konstrukteur bis hin zum engagierten Sammler, der am Ende des Buches zu Wort kommt. Er zog es indessen vor, sich anonym zu äußern. Verständlich, denn dass passionierte Uhrensammler in der Regel über erhebliche Sachwerte in ihrem tickenden Portfolio verfügen, hat sich auch unter jenen Herren' herumgesprochen, auf deren ungebetenen Besuch man keinen Wert legt.
Obwohl wir im ersten Kapitel einige Gründer und Manager von großen Uhrenkonzernen vorstellen, konzentriert sich das vorliegende Buch vor allem auf kleine Ateliers und Manufakturen. Jene vermeintlichen Uhrenkenner, denen ein edler Zeitmesser lediglich als Protz-Objekt dient, werden mit vielen in diesem Buch genannten Namen wenig anfangen können. Deshalb richten wir uns an die Uhrengourmets, an die wahren Kenner, die der Maxime folgen: Mehr sein als scheinen'. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, gehören zu diesem Kreis der Connaisseurs, sonst hätten Sie sich nicht für dieses kleine Buch der großen Uhrenleidenschaft entschieden.
Falls wir Ihnen Appetit machen, auf außergewöhnliche Uhren aus feinen Ateliers und Manufakturen, dürfen wir Ihnen ferner das Buch Exzellenz in der Nische' ans Herz legen - vom selben Autor geschrieben und im selben Verlag erschienen.
Unsere Zeit ist eine knappe und somit kostbare Ressource. Wir sollten uns daher den kleinen Luxus gönnen, diese knappe Ressource auch kunstvoll zu messen. Aufhalten können wir die Zeit nicht, aber wir können ihr mit raffinierten Zeitmessern, in denen ebenso viel Leidenschaft steckt wie in ihren Trägern, geziemend Reverenz erweisen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende und spannende Lektüre.
Michael Brückner
Ingelheim/Lindau im Mai 2010
Sie vermissen Navigationsleisten - Impressum - Home-Button? Klicken Sie HIER und alles wird gut.