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Leseprobe
Uwe Brosch
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Bodo, der Buddelschiffpirat
"Jetzt seht euch diesen Faulpelz an! Liegt morgens um 11 Uhr noch in seiner Koje ) und schnarcht, als wollte er ganze Wälder zersägen! Von den Brettern könnte der glatt ein neues Schiff bauen!"
Giftgrün umkreiste der kleine Wecker Bodos Bett. Der Wuschelkopf des Kobolds zitterte bei jedem Schnarcher mit. "Na, dir werde ich helfen, du Buddelschiffpenner!"
"Trriiiiing!!
Trriiiing!"
Mit einem Satz sprang Bodo aus dem Bett.
"Wie? Wer? Wo? Was? An die Kanonen! Überfall! Ich komme!"
Doch dann entdeckte er den Übeltäter, der vor Schadenfreude noch giftgrüner leuchtete als sonst. Ärgerlich zupfte sich Bodo seinen gouda-gelben Schlafrock zurecht.
"Wie oft habe ich dir gesagt, dass du etwas leiser klingeln sollst! Willst du mich zu Tode erschrecken?"
"Papperlapapp, leiser klingeln!", lautete die prompte Antwort.
"Ich bin ein Wecker und deswegen..."
"...musst du mir trotzdem nicht auf den Wecker gehen!", fiel Bodo dem Störenfried ins Wort und machte Anstalten, wieder in seine Koje zu steigen.
"Trriiiing!! Aufgeblieben! Oder soll ich noch deutlicher werden, du Schlafschaf?"
"Nun reichts!", schnaufte der Kobold wütend.
"Was spielst du dich so auf? Ich mach dich mal ´ne Nummer kleiner! Also:Grüner Wecker, wird jetzt klein,
spar dir deine Nervereien!"Im nächsten Augenblick hielt Bodo den Wecker, der nur noch so groß wie eine Taschenuhr war, in seiner Hand. Während er ihn grinsend unter das Kopfkissen schob, hörte er noch wie aus weiter Ferne seine trotzige Stimme: "Morgen schmeiß ich dich wieder aus den Federn! Darauf kannst du einen..."
"Na, lass mal!", lachte Bodo und strich sein Kopfkissen glatt.
"Habe ich einen Hunger!
Pfanne, schwing dich auf den Herd.
Frühstück wär jetzt nicht verkehrt.
Seemannsmäßig, Ei mit Speck,
putz ich ratzfatz einfach weg!"
Schon rutschte eine große gusseiserne Pfanne von ihrem Haken auf den Herd, öffnete sich der Kühlschrank und ein Stück Butter, drei Eier und zwei Scheiben Speck machten sich auf den Weg. Bald brutzelte und duftete das Frühstück vor sich hin. Aber nicht lange. Denn wenig später wackelte Bodo satt und zufrieden mit seinen großen Segelohren.Das Nächste war, auf Deck nach dem Rechten zu sehen. Waren die Segel ordentlich festgezurrt?
Musste mal wieder das Deck geschrubbt werden? Hatten die schiffseigenen Hühner noch genug Futter?Doch während auf dem Oberdeck alles tiptop aussah, herrschte in Bodos Kajüte dagegen ein mindestens mittleres Chaos. Zimmer aufräumen war nicht gerade seine Stärke. Na, ihr kennt das ja vielleicht, wenn ihr zum Beispiel das Wohnzimmer eurer Eltern mit dem Oberdeck und das eigene Zimmer mit Bodos Kajüte vergleicht.
"Wo habe ich nur wieder mein Schnitzmesser hingelegt", murrte Bodo und knallte den Kühlschrank, in dem er nur einen roten Socken gefunden hatte, zu. Doch weder im Brotkasten, noch im Backofen konnte er es finden.
"So bekomme ich meinen Bumerang nie fertig geschnitzt, beim Klabautermann noch mal!"
Bodo verdrehte missmutig die Augen Richtung Kajütendecke.
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